Zyklisch leben? Geht im echten Leben nicht!
Diesen Satz bekomme ich am allermeisten zu hören in meiner Arbeit:
«Zyklisch leben, das klingt in der Theorie schön und gut, aber im ECHTEN Leben geht das nicht.»
So oder so ähnlich klingt es oft in meinen Gesprächen mit Frauen. Sie spüren, dass da etwas dran ist, an dieser Idee mit den inneren vier Jahreszeiten. Das klingt gesund, sich im eigenen Rhythmus zu bewegen. Sich dem anzupassen, was unser Körper, unsere Launen, unsere Gebärmutter uns sagen.
Aber hey. Dann kommt das echte Leben dazwischen und weisst du was? Ich kenn’s.
Dieses unruhige, unvorhersehbare, höchst komplexe Ding namens «Alltag», in dem es viel zu viel von allem gibt. Aber vor allem zu viel Fremdbestimmung. Die volle Agenda mit all ihren Terminen, Erwartungen von aussen und den To-dos. Und «on top» gibt es noch etwas Hochkomplexes in unserem Alltag, nämlich andere Menschen.
Menschen, die jeweils auch ihre eigenen Launen, Rhythmen und Bedürfnisse haben.
Wären sie nicht, wäre im Fall alles viel einfacher. Zyklisch leben auf einer einsamen Insel. Das wäre machbar – ein Paradies auf Erden. Aber im echten Leben sind Arbeit, Kinder, Hunde und Katzen, Stundenpläne und Hausaufgaben, Flötenvorspiel, Sexvorspiel und steuerliches Nachspiel, Ehrenämter, Sitzungen, runde Geburtstage und ein leerer Kühlschrank real.
Wie soll man da zyklisch leben?
Da können uns schon Zweifel kommen, denn das Leben «da draussen» ist selten zyklusfreundlich. Ich nehme den Satz, wenn ich ihn höre, übrigens sehr ernst. Ich kenne sie nämlich alle: jeden einzelnen Zweifel und jede Hürde, jeden Stolperstein und jedes «Geht heute nicht!»
Doch weil ich ein bisschen rebellisch drauf bin, möchte ich dir auch aufzeigen, wie es trotzdem geht. Glaub mir, ich hab’ recht viel Übung darin. Denn immer, wenn mein Verstand mir sagt «Geht heute nicht!», fragt sich ein anderer Teil (ob es das Herz, die Intuition oder die Gebärmutter ist, ich weiss es nicht):
Was geht heute doch? Wie geht zyklisch leben trotzdem?
In «trotzdem» steckt der Trotz ja schon im Wort, und genau das tun wir, wenn wir uns als Frauen mit Zykluswissen beschäftigen und es mehr und mehr in unseren Alltag weben. Denn überall dort, wo wir unserem inneren Rhythmus folgen, gehen wir in Widerstand mit dem, was als normal angesehen wird (es aber nicht ist, gell!). Obwohl es schwierig erscheint, versuchen wir es. Wir versuchen nicht unbedingt normal, dafür aber natürlicher, zu leben. Immer und immer wieder.
Das System, in dem wir leben, ist nicht zyklisch
Dein Arbeitgeber erwartet konstante Leistung. Unser gesamtes Umfeld ist auf Produktivität, Effizienz und Dauerleistung gepolt. An den meisten Arbeitsplätzen wird keine Rücksicht auf Befindlichkeiten genommen oder Aufgaben in der Teambesprechung nach Zyklustag verteilt. Wär cool, oder? Und hey, vielleicht kommt es eines Tages soweit, wenn wir dranbleiben und irgendwann viele sind.
Doch deine Realität ist im Moment sicher eine andere, auch wenn du selbstständig bist. Denn auch da hast du Termine, Besprechungen, Abgabefristen und Aufträge, die erledigt werden wollen. Egal, in welcher Zyklusphase du gerade bist.
Zyklisch zu leben und zu arbeiten, ist ein Lernfeld, das auch ich immer wieder neu beschreite.
Mein wichtigstes Learning in all den Jahren: It’s all about timing! Nutze die Spielräume, die in deiner Hand liegen. Oft können wir mehr gestalten, als wir zunächst glauben. Fang an, auf die kleinen Dinge zu achten, die du beeinflussen kannst. Lege Aufgaben wie Ideen sammeln, konzipieren, neue Projekte starten, brainstormen und netzwerken in deine erste Zyklushälfte. Scharfe Gedanken, aufräumen, sortieren, kreatives Gestalten und konzentriertes Abarbeiten haben eher in der zweiten Zyklushälfte ihren Platz.
«Geht bei mir nicht!», rufst du jetzt vielleicht. Ja, kann sein. Dann frage dich gerne: Was geht bei mir? Trotzdem.
Du musst nicht kündigen, um zyklisch zu leben. Mach den Anfang, indem du im Kleinen umdenkst. Und wenn du Kolleginnen hast, dann sprecht darüber. Wie könnt ihr euch gegenseitig im Team unterstützen und in einem linearen System zyklische Inseln schaffen?
Zwei praktische Ideen für den Start
Vereinbare, wenn möglich, deine wichtigsten kreativen Meetings für deinen inneren Frühling oder Sommer – da sprudeln Ideen oft leichter.
Plane in deinem inneren Herbst regelmässig Zeitfenster fürs Aufräumen, Ordnen, Reflektieren – statt alles «irgendwann» zu machen.
Und denk dran: Back to Basics! Auch am Arbeitsplatz zählen Dinge wie Ernährung, Bewegung, frische Luft, Lautstärke im Raum oder kleine Rückzugsmöglichkeiten. Je nach Zyklusphase bekommen diese Dinge mehr Wichtigkeit (innerer Herbst, Winter) oder sind einfacher zu meistern (Frühling, Sommer). Deshalb ist es so wertvoll zu wissen, WO im Zyklus du gerade bist – und was das für dich persönlich bedeutet.

Hoi, ich bin Josianne,
die Frau hinter Quittenduft. Als Menstruationskundige und Zykluscoach gebe ich seit über 10 Jahren mein Wissen rund um den weiblichen Zyklus weiter. So auch hier auf meinem Blog, der dich dabei unterstützen soll, besser zu verstehen, was es mit dem zyklischen Leben auf sich hat. Mal nachdenklich, mal frech, mal superklug – aber immer bloody lesenswert.
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Mit «Hello Zyklus!» Schritt für Schritt ins zyklische Leben eintauchen
Ich, Josianne, erkläre dir in 3 Schritten höchstpersönlich die Basics:
- Was es mit dem inneren Frühling und Sommer auf sich hat und was du in der ersten Zyklushälfte beachten darfst, damit du nicht ausbrennst und uf dä Felgä bei der nächsten Mens ankommst.
- Selbstbeobachtung: Das A und O im zyklischen Leben - wie du ganz easy damit beginnst und warum es dir hilft, ALLE Zyklusphasen smart für dich zu nutzen (inklusive Zyklusrad zum Ausfüllen.)
- Wie du dich so durch den inneren Herbst und Winter navigierst, dass du die Zeit vor und während der Mens nicht mehr absitzt, sondern in Zukunft bloody good meisterst.
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