Wer zyklisch lebt, plant anders
Der Rucksack steht seit gestern Abend gepackt an der Tür. Heute geht es los: Klettertour. Und zwar eine richtige. Drei Tage, Biwak, Fels, Höhenluft. Du (natürlich du! Hast du wirklich gedacht, ich gehe klettern? Ich bin Buech-und-Sofa-Typ), studierst die Karte, checkst das Wetter, packst mit Bedacht. Erste-Hilfe-Set, genug Wasser, Energieriegel für den Notfall. Du weisst, mit wem du gehst: Menschen, denen du vertraust, die dich kennen, die ehrlich sagen, wenn sie nicht mehr können. Solche, die keine blöden Sprüche machen, wenn du nicht mehr kannst.
Die Tour ist grandios. Der Fels liegt warm in deinen Händen. Du findest deine Tritte, Griffe, dein Tempo, deinen Atem. Wenn das Wetter am Nachmittag dreht und ihr die Route anpasst, ist das kein Drama, denn ihr habt es kommen sehen, ihr entscheidet gemeinsam, ihr findet eine Alternative. Abends sitzt ihr am Biwak, hundemüde und glücklich, mit Käsebrot, Thermosflasche und Stille. So soll das sein.
Und jetzt stell dir das Gegenteil vor
Du verschläfst. Hastig brichst du auf, ohne das Wetter nochmals zu kontrollieren. Du bist nicht sicher, ob du die Pflaster eingepackt hast, doch es bleibt keine Zeit, um nachzuschauen. Du hast eigentlich keine Lust auf das Abenteuer, aber du hast zugesagt, also. Die Leute, mit denen du gehst, kennst du kaum, es sind Kollegen einer Kollegin. Einer ist ein Grossmaul, einer macht auf Tempo, hinter dir läuft eine mit einem sauren Stein, deine linke Ferse beginnt zu pochen. Du fragst dich, was du hier genau machst. Die Berge sind zwar imposant, doch die Touren-Gspändli irgendwie hohl. Du weisst nicht genau, wo ihr auf der Route seid. Irgendwo in der Mitte, schätzungsweise.
Das Wetter dreht. Jetzt wird es ungemütlich. Du hast keine Ahnung, wie weit es noch ist. Der Fels ist nass. Du müsstest ein Pflaster anbringen, doch die Gruppe drängt dich weiter. Du strauchelst, fängst dich, strauchelst wieder. Irgendwer macht einen Witz, du zeigst ihm den Mittelfinger. Du regst dich jämmerlich über dich selber auf. Warum hast du nicht einfach Nein gesagt? Was machst du hier überhaupt?
Der Supertrick - Kurz innehalten und fragen: «Was braucht es jetzt?»
Die entscheidende Frage wäre so simpel gewesen: WO bist du auf dieser Route – und WAS brauchst du genau jetzt, damit du am Stück wieder runterkommst? Nicht wenn die Sonne wieder scheint, nicht morgen, und keine Gedankenreise zurück in das «Wäre ich doch gar nicht erst ...».
Und vor allem das nicht: Was brauchen die anderen, wie passt du dich möglichst unauffällig an, wie schaffst du es, trotz offener Blase an der Ferse, tapfer weiter?
Wer Selbstführung übernimmt, trifft klügere Entscheidungen. Geht langsamer. Steht für sich ein. Achtet auf Grenzen. Oder sagt: So nicht.
Dein Zyklus gibt dir Orientierung
Dein Zyklus dient als Orientierung auf der Klettertour namens «Leben».
Wir wissen nie, was uns im nächsten Monat, im nächsten Zyklus, erwartet. Ob sich ein Kind einen Zahn ausschlägt. Ob die Katze operiert werden muss. Ob eine arg hohe Rechnung reinflattert. Ob du doof angefeilt wirst von einem Arbeitskollegen. Ob dir die Energie ausgeht.
Kein Mensch weiss das, und das ist ok so. Aber du kannst wissen, wo du im Zyklus bist. In welcher inneren Jahreszeit, und was das für dich persönlich bedeutet. Ob du gerade im Aufstieg bist, am Gipfel, im Abstieg, oder schon im Biwak, wo Ruhe das Einzige ist, was zählt. Du kannst dich ausrüsten.
Wer zyklisch lebt, plant anders
Mit diesem Wissen planst du anders. Sagst anders ab. Gibst anders Gas. Und wenn die Route sich ändert – und sie ändert sich, jeden Monat – dann ist das keine Katastrophe.
Sondern einfach: Bergwetter. Ganz neutral. Weder gut noch schlecht, sondern es ist einfach. Genauso wie dein Zyklus. Den hast du sowieso. Warum also nicht mit ihm arbeiten, statt im Widerstand?
Deine Natur ist zyklisch. Deine Energie verändert sich mit deinen Phasen. Immer gleich energiegeladen und spritzig zu sein, musst du nicht abliefern. Deinen Zyklus zu kennen und die Zusammenhänge zu verstehen, hilft dir, dich selbst zu führen – auf smoothen Bergtouren und in diesem crazy Ding namens Leben.

Hoi, ich bin Josianne,
die Frau hinter Quittenduft. Als Menstruationskundige und Zykluscoach gebe ich seit über 10 Jahren mein Wissen rund um den weiblichen Zyklus weiter. So auch hier auf meinem Blog, der dich dabei unterstützen soll, besser zu verstehen, was es mit dem zyklischen Leben auf sich hat. Mal nachdenklich, mal frech, mal superklug – aber immer bloody lesenswert.
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Ich, Josianne, erkläre dir in 3 Schritten höchstpersönlich die Basics:
- Was es mit dem inneren Frühling und Sommer auf sich hat und was du in der ersten Zyklushälfte beachten darfst, damit du nicht ausbrennst und uf dä Felgä bei der nächsten Mens ankommst.
- Selbstbeobachtung: Das A und O im zyklischen Leben - wie du ganz easy damit beginnst und warum es dir hilft, ALLE Zyklusphasen smart für dich zu nutzen (inklusive Zyklusrad zum Ausfüllen.)
- Wie du dich so durch den inneren Herbst und Winter navigierst, dass du die Zeit vor und während der Mens nicht mehr absitzt, sondern in Zukunft bloody good meisterst.
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