Ihr fragt — Josianne antwortet (Teil 1/2 )

Rund um Zyklus, Liebe, Familie und Beziehung

In diesem Artikel beantworte ich 7 Fragen aus meiner Community. Ich beantworte sie ausschliesslich aus zyklischer Sicht – through my magic cycle glasses – aber nicht therapeutisch oder in irgendeiner anderen Rolle.

Sie drehen sich alle um Beziehungen. Zum eigenen Körper, dem Zyklus und unseren Lieben (falls wir sie und sie uns denn (noch) lieben). Ich fühle mich ein bisschen wie Frau Dr. Sommer! Luschtig.

Los geht’s!

Frage Nr. 1 - Mit 42 wie ein trotziger Teenie

«Ich bin 42 Jahre und verhalte mich wie ein trotziger Teenie. Mein Mund öffnet sich und ich kann nicht bremsen, was rauskommt. Egal, wer vor mir steht … niemand ist sicher! Und ja, ich habe auch dafür gearbeitet, dass ich meine Meinung sagen und zu mir stehen kann, aber doch nicht ungebremst. Kennst du das auch? Wie gehst du damit um? Hast du Tipps, die helfen, im ‹Erwachsenen-Modus› zu bleiben?»

Antwort: Au na ä luschtigi Erfahrig, oder? Gibt sicher Würze ins Leben. Chli scharfs Curry.
Dein «trotziger Teenie» ist eigentlich gesunde Klarheit ohne Filter. Dein «Erwachsenen-Modus» wäre Klarheit mit Wahl, wem du was und wann um den Grind haust!

Ich verwende manchmal diesen kleinen Trick: Zunge kurz an den Gaumen drücken, Nasenflügel flattern lassen beim tiefen Einatmen, dabei auf 3 zählen. Ist Übungssache – und auch eine Wahl.

Frage Nr. 2 – Wie findet man den Richtigen (Spoiler: Disney lügt!)

«Wie wusstest du, dass dein jetziger Mann der Richtige, Passende ist?» Wo hast du ihn gefunden? In welcher Verfassung und inneren Jahreszeit warst du?

Antwort: Gefunden habe ich ihn in einem winzigen, schwedischen Dorf, beim Lindy-Hop-Tanzen. Ich glaube nicht an die Disney-Version von dem einzigen, richtigen, passenden Mann/Retter/Prinzen/Soulmate/Fürimmerundewig-Menschen. Doch das war und ist für mich ausschlaggebend: Die Abwesenheit von Zweifel, wenn ich mit ihm zusammen bin. Anders kann ich es nicht beschreiben. Im Kennenlern-Prozess, durch alle vier Jahreszeiten, kamen natürlich immer verschiedene Aspekte zum Tragen: Von zuversichtlich, über beide Ohren verliebt bis zu ‹ich seh’ nur Baustellen› war alles dabei.

Wenn wir das Glück haben, für einige Jahre mit einem Menschen sehr viele innige Momente zu geniessen, ist das sehr viel wert. Wir verändern uns, wir entwickeln uns, und wir dürfen immer wieder die zyklischen Aspekte in einer langjährigen Beziehung suchen. Wo blühen und wirken wir noch gemeinsam? Wann ist Stabilität und das Vertraute die gesunde Grundlage, wann kippt das über in Stillstand? Was passiert mit uns, wenn die Absenz von Abenteuer und Entwicklung Bitterkeit auslöst? Ein weites, spannendes Feld.

Frage Nr. 3 – Alles Sommer oder was?

«Mir fehlen Infos von dir zur Schwangerschaft, zum Wochenbett und der Zeit, bis der Zyklus wieder einsetzt.»

Antwort: Empfangen, ein Kind in sich wachsen lassen, gebären, ernähren: Sommerlicher geht's nimmer. Es ist ganz klar die Sommer-Lebensphase: fruchtbar sein, die Mutterwerdung (it’s a thing!), die Fürsorge. Die Gefühlslage kann aber täglich mehrere Male ändern, durch alle vier Zyklusphasen torkeln, vom Tornado bis zur grenzenlosen Liebe, von der Überforderung zur absoluten Harmonie. Schlaf, Energieressourcen, Unterstützung und Ernährung haben einen grossen Einfluss. Aber grundsätzlich Sommer.

Frage Nr. 4 – Mit dem Kinderwunsch durch alle vier inneren Jahreszeiten

«Kannst du etwas zum Thema Kinderwunsch erzählen?»

Antwort:
Innerer Frühling: Jööö ein Baby, klaro, machen wir, so härzig, wir könnten dann auch mal vier oder fünf Kinder haben. Ausmalen des Lebens mit Kind(ern) in den schillerndsten Farben.
Innerer Sommer: Ran an den Speck, bzw. an die springenden Eier. Super schönes Gefühl, wenn ein Partner mit an Bord ist. Nicht so toll, wenn man mit Kinderwunsch Single ist oder der andere Mensch andere Vorstellungen hat vom Thema.
Innerer Herbst: Packe ich das? Ist es sinnvoll, in diese Welt Kinder zu setzen? Werde ich eine gute Mutter sein? Schaffe ich es überhaupt, (noch) ein Kind zu lieben?
Innerer Winter: Wenn die Mens trotzdem kommt – grosse Enttäuschung, Trauer. Wenn der Kinderwunsch unklar oder abgeschlossen war: grosse Erleichterung beim Anblick des Blutes. Oft auch beides gleichzeitig.

Frage Nr. 5 – Trennung nach 18 Jahren – Wie überlebt man das?

«Wie hast du deine Trennung von deinem Ex-Partner überstanden? Hast du einen Tipp oder guten Rat? Ich war 18 Jahre mit meinem Partner zusammen und habe ein Kind, er hat mich betrogen und für eine andere Frau verlassen.»

Antwort: Been there, done that. Es tut mir leid, dass dir das passiert. Es ist eine grosse Sch**sse, eventuell aber auch ein grosses Glück. Und eventuell ist es beides.

Innerer Herbst: Wie konnte er mir das antun! Wut, heulendes Elend, unfair, so anstrengend, alles zerbrochen, Scham, was denken die anderen, Scheisskerl, alles eine Lüge, ich werde mich nie mehr auf einen Kerl einlassen.

Innerer Winter: Lasst mich in Ruhe meine Wunden lecken. Lange Gespräche mit Freundinnen, Selbstfürsorge, Stille. Trauer.

Innerer Frühling: Vielleicht kommt er ja zurück? Er merkt sicher bald, dass er einen Fehler gemacht hat. Eifersucht auf die Neue, grosse Unsicherheit bezüglich eigenem Körper, Aussehen, etc.

Innerer Sommer: (nach den ersten Schock-Wochen): Hmm … liegt da eine Prise Freiheit in der Luft? Die Möglichkeit, das Leben anders, selbstwirksamer, endlich passender, zu gestalten …? Andere Mütter haben auch noch schöne Söhne oder Töchter oder …

Kurz: Man integriert es irgendwann in die eigene Biografie. Gräbt sich aus dem Schlamm, setzt sich Stück für Stück wieder zusammen und heilt. Und wird irgendwann merken, dass man gar nicht zerbrochen war, sondern nur für eine Weile unauffindbar. Die Neuentdeckung von dir wird dir Freude bringen.

Frage Nr. 6 – Schmetterlinge im Bauch für eine Frau

«Kann es sein, dass sich die sexuelle Orientierung mit der laaaangsam beginnenden Perimenopause ändert, bzw. öffnet? Es ist nämlich so, dass ich mich das erste Mal in meinem Leben zu einer Freundin hingezogen fühle.»

Antwort: Macht biologisch Sinn. Ganz unsexy erklärt: Reproduktion ist abgeschlossen, Kinder-Job erledigt. Jetzt könn(t)en wir uns Körperfreuden zuwenden, die ausschliesslich Spass und Sinnlichkeit dienen. Enjoy!

Frage Nr. 7 – Es fühlt sich alles so schwer an

«Frühlingsgefühle mit 44 … das geniesse ich nur im Aussen, in der Natur, aber spüre es nicht im Innern … Ich hänge seit geraumer Zeit in meiner Wohlfühlbubbel: alleine, mit und bei mir, daneben Mann … Schau mich nicht an, und laaang mi jooo nöd a! Möchte ich überhaupt Frühlingsgefühle und aus meiner Komfortzone raus? Ja schon … aber gerne in Leichtigkeit, und es fühlt sich gerade alles so schwer an.»

Antwort: Schöne Frage. Werfen wir einen Blick auf die Hormone. In der Perimenopause steigt das Östrogen nicht mehr so stark an. Dieses liebe Hormon brachte uns Schwung, Zuversicht, Kuscheln und Harmoniebedürfnis mit. Nun steht das nicht mehr so im Vordergrund. Gibt neue Dynamik in der Beziehung. Kann streng, aber auch heilsam sein, je nachdem, wie ihr euch darüber austauschen könnt.

Das liebe Leben — es gibt so viele Wendungen, Möglichkeiten, Arten. Liebe, Familie und Beziehung haben viele Gesichter und Spielarten. Und alle sind kostbar.

Gestalten wir sie so, dass sie uns nähren, begeistern und guttun.

Blog-Sommer

Hoi, ich bin Josianne,

die Frau hinter Quittenduft. Als Menstruationskundige und Zykluscoach gebe ich seit über 10 Jahren mein Wissen rund um den weiblichen Zyklus weiter. So auch hier auf meinem Blog, der dich dabei unterstützen soll, besser zu verstehen, was es mit dem zyklischen Leben auf sich hat. Mal nachdenklich, mal frech, mal superklug – aber immer bloody lesenswert.

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Ich, Josianne, erkläre dir in 3 Schritten höchstpersönlich die Basics:

  • Was es mit dem inneren Frühling und Sommer auf sich hat und was du in der ersten Zyklushälfte beachten darfst, damit du nicht ausbrennst und uf dä Felgä bei der nächsten Mens ankommst.
  • Selbstbeobachtung: Das A und O im zyklischen Leben - wie du ganz easy damit beginnst und warum es dir hilft, ALLE Zyklusphasen smart für dich zu nutzen (inklusive Zyklusrad zum Ausfüllen.)
  • Wie du dich so durch den inneren Herbst und Winter navigierst, dass du die Zeit vor und während der Mens nicht mehr absitzt, sondern in Zukunft bloody good meisterst.

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